Massnahmen zu COVID-19 in Indien

28. Mai 2020

Für viele Familien in Indien ist – selbst in gesunden Zeiten – der Zugang zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung eine Herausforderung. Viele durchleben diese Pandemie zudem auf engem Wohnraum mit geteilten Sanitäranlagen. Eine soziale Distanzierung ist fast unmöglich. Mit den nur wenigen Ersparnissen ist es oft kaum möglich, sich durch den Kauf von zusätzlichen Nahrungsmitteln oder Vorräten auf die Ausgangssperre vorzubereiten – der Hunger ist eine sehr reale Bedrohung.  Zudem haben nur sehr wenige Regierungen finanzielle und unbürokratische Hilfe für die Ärmsten der Armen zugesagt. Und, ob diese wirklich alle Betroffenen erreichen wird, ist fraglich.

Die Ausgangssperre für die 1,3 Milliarden Menschen in Indien wurde zum dritten Mal bis zum 31. Mai verlängert. Wie in vielen anderen Ländern verringert aber die Regierung in Indien die Einschränkungen. Der öffentliche Verkehr wird langsam wieder zugelassen, zwischen einzelnen Bundesstaaten dürfen wieder Busse fahren. Einige Geschäfte und auch Fabriken dürfen wieder öffnen, wobei die Menschen unter strengen Hygienebedingungen arbeiten sollen. Die 1.200 ausgebildeten Gesundheitsberaterinnen kümmern sich weiterhin in ihren Dörfern um die Aufklärungsarbeiten zu COVID-19, um Präventionsmaßnahmen sowie um die Identifizierung von Symptomen und, falls nötig, überweisen die Patienten in ein örtliches Krankenhaus. Familien, die unter Nahrungsmittelunsicherheit leiden, werden weiterhin mit Lebensmitteln unterstützt. Bisher wurden 2.186 rückkehrende Wanderarbeiter präventiv für 14 Tage in 96 Isolierzentren betreut. Die Gesundheitsberaterinnen versorgen die Rückkehrenden in dieser Zeit mit notwendigen Lebensmitteln und Hygieneprodukten. Unser lokaler Partner Healing Fields hat insgesamt 28 Busse gemietet, um für einige der Wanderarbeiter die Rückreise in ihre Dörfer sicher organisieren.

Wir unterstützen unseren Partner Healing Fields in Indien so gut wir können, damit diese die Grundversorgung und Hygienemassnahme für unsere Programmteilnehmerinnen und deren Familien weitergeben können.