REGINA WIRD SCHNEIDERIN

28. Oktober 2019

Es herrscht reger Betrieb, als wir im kleinen rosafarbenen Schneideratelier von Monica A.rechts), im Aussenbezirk Offinso, in der Nähe von Kumasi in Ghana eintreffen. Unter dem Vordach wie auch im kleinen angrenzenden Raum bedienen fleissige Hände die mechanischen Nähmaschinen. Zu den vier jungen Damen, die hier bei Monica das Schneiderhandwerk erlernen, gehört auch Regina E. (Mitte). Für die junge Frau mit den enganliegenden Zöpfen bedeutet die Teilnahme am YAP Berufsausbildungsprogramm alles. Ebenso für ihre Herkunftsfamilie.

Wir lernen Regina als eine besonders verletzliche Jugendliche kennen, die im Rahmen des Berufsausbildungs-   programms zu den 10 Prozent der ärmsten Jugendlichen gehört, die ab und zu eine kleine Zusatzunterstützung für eine Mahlzeit erhalten. Regina lebt als älteste Tochter mit ihrer alleinerziehenden Mutter Victoria und drei anderen Kindern in einem etwa 10 Quadratmeter grossen Raum in einem Armenviertel. Wie viele andere Jugendliche in Ghana, konnte Regina aus finanziellen Gründen weder eine höhere Schulbildung noch eine Berufslehre antreten. Eine Berufsausbildung in Ghana kostet Geld, weshalb vielen begabten Jugendlichen nur ein gefährliches Leben als Strassenverkäufer übrigbleibt.

Durch das Berufsausbildungsprogramm YAP kann Regina nun eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Schneiderin machen und muss nicht weiterhin auf der Strasse gebratenes Yam verkaufen. Regina ist nun hoffnungsvoll und selbstbewusster geworden.

«Ich möchte eine Frau werden, die dafür bekannt ist, anderen zu helfen und gute Entscheidungen zu treffen»

Regina wird persönlich begleitet von einer Bezugsperson unseres lokalen Partners Sinapi, die sie ermutigt dran zu bleiben und ihr ein Vorbild ist. In Workshops über Geschäftsaufbau, ihr Handwerk und gesundheitliche Themen hat Regina neue Freunde gefunden. Sie alle dürfen nach erfolgreicher Abschlussprüfung mit einem zinslosen Start-up Kredit ein eigenes kleines Geschäft aufbauen. Die Erfahrung zeigt, dass etwa zwei Drittel nach ein bis zwei Jahren dies tatsächlich auch tut.

Bei unserem Besuch wird klar, dass eine Ausbildungspatenschaft von 40.- Franken pro Monat das Leben eines Jugendlichen und seiner Familie bedeutend verändert. Projektauswertungen über mehrere Jahre haben gezeigt, dass sich die Lebensumstände der Jugendlichen nach der Ausbildung deutlich verbessert haben.