AKWAABA (Herzlich willkommen)

17. April 2019

Vom 6. – 12. April durfte ich eine kleine Gruppe auf dem Insight Trip nach Ghana begleiten. Spät abends trafen wir in der Hauptstadt Accra ein und übernachteten  in einem nahegelegenem Hotel. Am nächsten Morgen besuchten wir einen lebhaften afrikanischen Gottesdienst und flogen anschliessend mit einem kleinen Inlandflieger nach Kumasi, der Hauptstadt der Ashanti Region. Mit einem herzlichen „AKWAABA“ wurden wir von den Mitarbeitern unserer Partnerorganisation Sinapi begrüsst.

Schon auf der Fahrt zu den Jugendlichen des YAP Berufsausbildungsprogramm, sahen wir grosse Armut. Immer wieder fielen uns die jungen Frauen und Männer auf, die auf den Strassen Waren auf dem Kopf herumtragen und verkaufen. Sie schlängeln sich zwischen stehenden und fahrenden Autos hindurch, den Abgasen ausgesetzt und versuchen irgendwie geröstete Nüsse, Kochbananen oder Backwaren an die Leute zu verkaufen. Es ist ein gefährlicher, anstrengender und nicht sehr ergiebiger Job. Aus diesem Umfeld kommen die meisten Jugendlichen, die jetzt eine Ausbildung im Berufsausbildungsprogramm machen können.

 

So wie Esther, (re im Bild) die seit anderthalb Jahren den Beruf der Schneiderin erlernt. Bei einem Besuch an ihrem Arbeitsplatz, lernen wir Ihre Ausbilderin Victoria (li im Bild) und ihre Kolleginnen kennen. Die 21-jährige junge Frau ist sehr dankbar eine Berufsausbildung machen zu können. Niemals hätte sich ihre arme Familie die Ausbildungskosten leisten können. Sie hat jetzt einen geregelten Tagesablauf und lernt das Handwerk der Schneiderin von ihrer Ausbilderin.

 

Der Besuch bei ihr Zuhause machte uns sehr betroffen. Die Mutter ist krank und kann keinen gekochten Reis mehr auf der Strasse verkaufen, wie sie es sonst tat. Fünf Personen schlafen in einem kleinen Raum mit einem Bett. Ihre gesamten Habseligkeiten stehen auf einem Regal vor dem Haus. Esther ist die grosse Hoffnung der Familie. Mit einem erlernten Beruf wird sie regelmässiges Einkommen erwerben, mit dem sie sich und ihre Familie ernähren kann.

 

Beim Besuch einer Microschool lernten wir Victoria, die Schulleiterin und ihr Team kennen. Victoria hat vor vielen Jahren in Eigeninitiative ihre erste kleine Schule in ihrem zu Hause mit 7 Kindern gestartet.  Heute leitet sie die Schule mit über 240 Kindern. Sie ist sehr motiviert die Schule weiter auszubauen und zu verbessern.Sie und ihr Team freuten sich sehr über unsere mitgebrachten Geschenke.

 

 

Die mitgebrachten Trikots und der Fussball lösten besonders grosse Freude aus. Sofort wurde ein kleines Fussballspiel eröffnet.

 

Erfüllt mit vielen Eindrücken, anderen Gerüchen und Kulturerlebnissen, reisten wir nach einer Woche wieder zurück in die Heimat. Wir sind dankbar, dass es uns wirklich gut geht in unserem Land.

Sonja Beck, Reisebegleiterin Ghana, Opportunity Schweiz