Mein Besuch in Ghana

5. November 2018

Ende August war ich mit unserer Projektmanagerin für eine Woche auf Projektreise, um die Teilnehmer in unseren Projekten zu besuchen. Der Empfang der Reisbäuerinnen im Norden Ghanas war überwältigend. Über 100 Frauen hatten einen fröhlichen Empfang vorbereitet und freuten sich uns kennen zu lernen. In schönsten Sonntagskleidern wurden wir begrüsst. Reden von Amtsträgern und verschiedenen Reisbäuerinnen eröffneten das Programm. „Wir haben gebetet und Gott hat euch zu uns geschickt“, war die Aussage einer Frau, die mich besonders berührt hat. Die Freude dieser Frauen für sich und ihre Familien Hilfe bekommen zu haben, ist unbeschreiblich.

In Bibiani und besuchten wir einige Jugendliche des Berufsausbildungsprogramms YAP. Die Geschichten waren sehr bewegend. Grosse Armut, das Fehlen mindestens eines Elternteils, Schulabbruch und mangelnde Zukunftsvisionen waren die Hauptthemen. Umso überzeugender ist die nachhaltige Hilfe mit YAP. Den meisten Jugendlichen ist diese besondere Chance bewusst. Sie setzen alles daran, von ihrem Ausbilder das jeweilige Handwerk zu lernen und nach drei Jahren eine gute Prüfung abzulegen. Die Workshops, die zweimal jährlich für jeweils 2-3 Tage für die Jugendlichen stattfinden, werden hoch gelobt. Dort werden die Jugendlichen in Allgemeinbildung, allgemeinen Lebensfragen, Hygiene und Gesundheit geschult. Sie lernen den Umgang mit Kunden, Buchführung und erkennen die Wichtigkeit des Sparens. Die Betreuer unseres Partners Sinapi setzen sich mit grossem Engagement für jeden einzelnen Jugendlichen ein.

Josefine, eine junge Frau, die vor einigen Jahren das Berufsausbildungsprogramm abgeschlossen hat und inzwischen einen eigenen Coiffeursalon besitzt, hat mich mit ihrer persönlichen Geschichte sehr beeindruckt. Schon früh hatte sie jeglichen Mut für die Zukunft verloren. Da die Mutter gestorben war, erledigte sie den Haushalt für ihren Vater. Sollte das schon alles sein? Mit der Chance eine Ausbildung zur Coiffeuse zu machen, kam eine grosse Wende in ihr Leben. Es war nicht immer einfach, aber sie schloss die Ausbildung ab und arbeitete anschliessend weiter in ihrem Beruf. Sie legte so viel Geld wie möglich auf die Seite, um sich einen eigenen Coiffeursalon leisten zu können. Inzwischen bildet sie selber Jugendliche mit dem Berufsausbildungsprogramm YAP aus.

All diese Menschen, die ich in den verschiedenen Regionen Ghanas getroffen habe, berichten von nachhaltigen und grossen Veränderungen in ihrem Leben. Neu wurde mir bewusst, dass jede Spende neue Hoffnung in einzelne Menschenleben bringt, wie wir es uns kaum vorstellen können. Sonja Beck, Mitarbeiterin Opportunity Schweiz